Proben

Allgemeine Anforderungen an die Probe:

  • Bitte stellen Sie eine eindeutige Probenkennzeichnung mit Namen und Geburtsdatum sicher.
  • Falls Sie uns DNA zusenden, sollte diese in gepufferter Lösung gelöst sein
    (z. B. 1xTE: 10 mM Tris, 1 mM EDTA –Puffer, pH 8).
  • Bitte sichern Sie die Proben beim Transport gegen Bruch und Auslaufen.

Hinweise zur Auswahl, zur Entnahme und zum Versand der Proben für die molekulargenetische Diagnostik

Probenmaterial

Zur Untersuchung der mtDNA sollte möglichst klinisch betroffenes Gewebe genutzt werden, wobei Muskelgewebe besonders gut geeignet ist. Falls kein Muskelgewebe zur Verfügung steht, können Sie uns auch EDTA-Blut senden. Jedoch ergibt sich für viele Defekte eine niedrigere diagnostische Ausbeute als bei Muskel. Insbesondere Deletionen sind im Blut oftmals nicht nachweisbar, obwohl im Muskel eine hohe Mutationslast vorliegt. Alternativ können auch Urothelzellen aus frischem Morgenurin für die Isolation von DNA verwendet werden. Für Punktmutationen der mtDNA korreliert die Mutationslast in Urothelzellen sogar besser zur Mutationslast in Muskel als es für Blut der Fall ist (Whittaker 2009).

Blut

Benötigt werden 9 ml EDTA-Blut , bei Säuglingen und Kleinkindern mindestens 2 ml. Der Versand ist auf dem normalen Postweg bei Raumtemperatur möglich. Die EDTA-Röhrchen müssen in auslaufsicheren Behältern mit Aufsaugmaterial versandt werden.

Muskelbiopsien

Benötigt werden mindestens ca. 25 mg Muskel. Der Versand der Probe muß gefroren in einem mit Trockeneis (ca. 1,5 kg Trockeneis pro Transporttag) gefüllten Styroporbehälter erfolgen. Das Biopsat selbst sollte sich in einem vorgekühlten Kunststoffgefäß befinden. Ein Transport per Kurierdienst (24-Stunden-Auslieferung) ist anzuraten. Bitte versenden Sie die Biopsate an den Wochentagen Montag bis Donnerstag.

Muskelgewebe, welches in Isopentan eingefroren oder in Tissue-Tec oder einem anderen Medium eingebettet wurde, ist für die Untersuchung auf Deletionen der mtDNA nicht geeignet.

Urin

Benötigt werden mindestens 50 ml frischer Urin (Transport bei Raumtemperatur) oder daraus gewonnene Urothelzellen. Eine Anleitung zur Isolation der Urothelzellen wird auf Anfrage gerne zugesandt.

Hautbiopsien (zum Anlegen einer Fibroblastenkultur)

Der Versand von Hautbiopsien muß in Zellkulturmedium erfolgen. Medium senden wir Ihnen gerne zu. Die Biopsie muß nicht sehr groß sein - je größer allerdings, desto höher die Chance, ausreichend Fibroblasten zur Kultur zu erhalten. Wir entnehmen meist die Biopsie von der Beugeseite des Unterarms, da die kleine Narbe dort kosmetisch am günstigten ist (ca. 5 mm Durchmesser genügen). Wichtig ist, dass die ganze Prozedur unbedingt steril durchgeführt wird, da eine Kontamination der Biopsie zum Verlust der Kultur führt.

Mehrfaches Desinfizieren der Haut mit Alkohol oder Chlorhexidin und ein steriles Handling der Biopsie sind essentiell. Am besten hebt man die Haut mit einer sterilen Pinzette etwas ab und schneidet unter der Pinzette mit einem Skalpell ein Stück der abgehobenen Haut ab, so daß man das Hautstückchen dann bereits steril in der Pinzette hält.  Ein Assistent öffnet dann kurzfristig das Gefäß mit dem Zellkulturmedium und man läßt die Biopsie in das Zellkulturmedium fallen. Ansonsten soll das Gefäß mit dem sterilen Zellkulturmedium immer fest verschlossen sein, vor allem darf unter keinen Umständen das Innere der Verschlußkappe oder das Gewinde des Gefäßes berührt und dadurch unsteril gemacht werden.

Eine oberflächliche Lokalanästhesie ist mit Emla-Creme möglich, es sollte aber möglichst kein Lokalanästhetikum intrakutan injiziert werden, da dies das Wachstum der Zellen hemmt.

In dem Zellkulturmedium kann  die Hautbiopsie auf dem normalen Postweg – auslaufsicher verpackt - versandt werden.  Der Transport per Kurierdienst ist nicht notwendig. In diesem Medium halten sich die Hautzellen ca. eine Woche problemlos.